Schnecken und Garnelen – Putztruppe im Aquarium

Wenn man durch sein Zimmer geht und überall liegt Krempel herum, dann wünscht man sich doch so eine richtige Putztruppe, die einmal alles aufräumt. Es sieht dann wieder wunderbar aus und man kann auch überall Aktivität im Raum sehen. Warum sollte man nicht dieses Prinzip auch ins Aquarium übernehmen? –  Glücklicherweise gibt es da natürlich jede Menge Möglichkeiten!

Schnecken und Garnelen als Putztrupp im Aquarium

Erster „Schmutz“ nach dem Einlaufen des Aquariums

Es kommt zwar stark auf den Besatz des Beckens an, aber gehen wir mal vom Optimalfall aus, dass das Becken komplett neu eingerichtet wird. Direkt nach dem Einrichten sind natürlich häufig schon Kleinstlebewesen, die man mit Pflanzen, Kies und Dekorationsgegenständen in das Aquarium holt, im Becken. Das Mikroklima „läuft ein“, das heißt, da werden Pilze, Bakterien, Algen und alle möglichen Mikroorganismen mit diesen kleinen Tierchen, wie Würmchen, Krebstierchen sowie jede Menge andere Kleinstlebewesen, zu einer funktionierenden Gesellschaft und machen das Becken, wie wir es nennen, stabil.

Wer räumt abgestorbene Pflanzenteile auf?

Häufig ist es dann so, dass wir gröbere Teile, so was wie abgestorbene Pflanzenteile, als störend empfinden und dafür können wir uns jetzt zunutze machen, dass z.b. Schnecken und Garnelen überflüssiges Futter und abgestorbene Pflanzenteile, aber auch die eben genannten Kleinstlebewesen im Becken in Schach halten. Sie räumen quasi auf und sind so ein bisschen wie unser Putztrupp.

Dabei ergänzen sich Schnecken und Garnelen wunderbar, denn sie fressen unterschiedliche Dinge und die Zwerggarnelen- und Schneckenzüchter von AquaPurist haben sogar beobachtet, dass Garnelen durch die Ausscheidungen der Schnecken, insbesondere auch dem Schleim und dem Biofilm, der sich darauf bildet, in Gesellschaft deutlich besser wachsen. Auch die Vermehrung scheint sich durch die Gesellschaft bei ausreichend Futter positiv beeinflusst zu werden.

Weitere Wirbellose wie Wasserasseln und Glanzwürmer

Dahingehend kann man noch deutlich weiter denken und auch andere Wirbellose mit einspannen. Zum Beispiel wären das hier die einheimischen Wasserasseln, die hin und wieder auch schon mal in Aquaristik-Zeitungen auftauchen, aber auch größere Würmer, die wir als Lebendfutter kennen. Tubifex eignet sich da meistens nicht so gut, weil man sich eine Menge Parasiten mit ins Becken holen könnte und viele dieser Arten, welche sich hinter dem Gattungsnamen Tubifex verstecken, lassen sich im Aquarium kaum vermehren.

Viel besser geht das bei den sogenannten Glanzwürmern, welche auch als California Blackworms bekannt sind. Dabei handelt es sich um Lumbriculus variegatus, diese sind eher mit den Regenwürmern verwandt als mit den Tubifex und werden mit ca. 10 cm Länge relativ groß. Sie leben sehr gesellig im Kies und schaffen es bis tief unten in den Bodengrund, um Mulm und verloren gegangenes Futter zu entsorgen.

Turmdeckelschnecken als Bodenreiniger

Auch Turmdeckelschnecken eignen sich ganz hervorragend, um den Kies um zu graben und auch tiefer liegende Schichten zugängig zu machen.

Wenn man das allerdings nicht möchte, dass so viel umgegraben wird, dann sind die Würmer gerade im Kies definitiv eine Idee und ganz nebenbei, wenn man jetzt auch noch Fische oder Garnelen einsetzen möchte, stellen sie hin und wieder eine nette Abwechslung im Speiseplan dar.

Natürlich werden bei dichtem Fischbesatz die Würmchen nicht sehr lange mitspielen, weil sie einfach aufgefressen werden, aber bei sehr schonendem Besatz, oder passenden Fischen, die nicht so aggressiv gegen die Würmer vorgehen, hält diese Vergesellschaftung erstaunlich lange. Nebenbei hat man so auch noch eine Urlaubsreserve und braucht keine Angst haben wenn man einmal das Futter vergessen hat.

Antennenwelse als Scheibenputzer

Wenn man noch größere Tiere mit in diese Putzgruppe integrieren möchte, bieten sich beispielsweise Antennenwelse an, welche auch die Scheiben und Wurzeln mit ihrem gröberen Vorgehen sauber halten und den Mulm auf glatten Oberflächen durch ihre Schwimmbewegungen abtragen und an einem Ort – meistens oder hoffentlich im Filter – sammeln.

Nun kann man diese Putztruppe beliebig erweitern und ich freue mich jedes Mal zu sehen, wie meine Putztruppe das Aquarium aufräumt und es überall nur so wimmelt.

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